Kinder und häusliche Gewalt

Das Miterleben häuslicher Gewalt bleibt für Kinder nie ohne Folgen!

Sie sind in Gewaltbeziehungen immer das schwächste Glied in der Familie. Auch wenn die Kinder Misshandlungen „nur“ beobachten oder hören, sind sie Opfer häuslicher Gewalt, denn das Miterleben häuslicher Gewalt ist in den Auswirkungen gleichbedeutend mit Gewalttaten gegen das Kind selbst. Und selten ist häusliche Gewalt nur auf die Partnerin bezogen.

Kinder die häusliche Gewalt erleben, werden in ihrem Sicherheitsempfinden tief erschüttert. Oft fühlen sie sich verantwortlich, schuldig, hilflos, allein gelassen, ausgeliefert, in vielen Fällen versuchen sie einzugreifen und werden dabei selbst verletzt. Kinder zeigen je nach Alter verschiedene, unspezifische Symptome. Einige der verbreitetsten Folgen häuslicher Gewalt sind Schlafstörungen, Albträume, Angstzustände und Depressionen. Auch Kinder können u.a. psychosomatische Beschwerden, Essstörungen oder Suchttendenzen entwickeln.

Es ist unumstritten, dass Kinder welche häusliche Gewalt erleben, dieses Verhalten lernen und übernehmen. Kinder entwickeln eine Akzeptanz für den Gebrauch von Gewalt als eine Möglichkeit Konflikte zu lösen. Somit kann eine eigene Gewalttätigkeit gerechtfertigt werden. Auch wenn die These „Jungen als Opfer häuslicher Gewalt werden als Männer zu Tätern, Mädchen als Frauen zu Opfern“ nicht angebracht ist, zeigen verschiedene Untersuchungen doch, dass das Risiko zu einer solchen Entwicklung hoch ist.