Gewalt Auswirkungen

Die Auswirkungen häuslicher Gewalt sind so vielfältig wie die Erscheinungsformen. Sie manifestieren sich oft langfristig.

Neben meist deutlich sichtbaren körperlichen Spuren von Gewalt, wie blauen Flecken oder Knochenbrüchen, gibt es auch - nicht auf den ersten Blick erkennbare - Auswirkungen auf psychischer Ebene, wie Angststörungen und Depressionen. Psychosomatische Beschwerden können auftreten, ebenso wie traumatische Störungen.

Frauen, die der ständigen Gewalt des Partners ausgesetzt sind, leben in einem Gefühl dauernder Angst und Bedrohung. Die Frauen existieren in einem Spannungsfeld ihrer Gefühle, tendieren zwischen Angst und Zuneigung, Scham und Selbstvorwürfen und der Hoffnung alles werde sich ändern.

Betroffene Frauen verlieren oftmals ihr Selbstwertgefühl, trauen sich nichts mehr zu. Ihr Sicherheitsgefühl wird durch die Misshandlungen ständig untergraben, so dass sich die Frauen oft komplett aus ihrem sozialen Umfeld zurückziehen. In vielen Beziehungen zerstören Täter mutwillig das Eigentum der Frauen, um ihre Machtposition weiter zu stärken. Aufgrund körperlicher und psychischer Beeinträchtigungen durch die Misshandlungen, können misshandelte Frauen häufiger am Arbeitsplatz fehlen. Die Beeinträchtigungen können so massiv sein, dass Betroffene einer geregelten Arbeit nicht mehr nachgehen können.

Die Folgen häuslicher Gewalt für die Gesellschaft werden oftmals außer Acht gelassen:

„Der Schaden, den Häusliche Gewalt jährlich in Deutschland verursacht, beziffert beispielsweise das Niedersächsische Sozialministerium auf 14,8 Mrd. Euro. Diese Summe betrifft den Schaden für die Gesamtgesellschaft und ergibt sich z. B. durch wirtschaftliche Verluste aufgrund von Arbeitsausfällen, Kosten für die medizinische Behandlung der Opfer oder von Kosten für die polizeilichen Einsätze“